Tag 15 bis 16 Kassel-Hann-Münden-Settmannshausen

von Klaus Lüttgen

Tag 15: Kassel-Hann-Münden 34 km

Etwa 3 km laufe ich von der Jugendherberge durch Kassel-City bevor ich auf den Fahrradweg treffe, der mich von nun an durch das beschauliche Fuldatal führt. Immer am Fluss entlang, wandere ich bei Sonnenschein und Temperaturen um die 16°-18 ° in weiten Schleifen durch das schöne Tal. Ich will es noch einmal probieren und versuche mehrmals die Jugendherberge in Hann-Münden telefonisch zu erreichen und mir ein Zimmer für die kommende Nacht sichern. Wie auch schon Tags zuvor erreiche ich aber nur eine Telefonansage die mir verspricht, mich zurückzurufen!? In Hann-Münden angekommen, entscheide ich mich dann trotz 31 zurückgelegter Kilometer, auf Gut Glück, die noch etwa 1,5 km weiter aus dem Stadtkern entfernte Herberge aufzusuchen. Als ich dort ankomme, ist die Bude geschlossen und ein Zettel an der Tür auf dem steht: Bitte informieren sie sich vor ihrer Anreise, wegen der Öffnungszeiten. Ich bin stinksauer! Und jetzt fängt es auch noch an zu regnen an. Also wieder 1,5 km in den Stadtkern zurück und telefonieren. So bekomme ich dann um 20.00 Uhr mitten in Fachwerk-City doch noch meine Bleibe für diese Nacht. Nach der Dusche ab in die kleine Altstadt und dort werde ich dann für meine Bemühungen heute voll entschädigt. In einem türkischen Restaurant in der Fußgängerzone der Fachwerkstadt Hann-Münden setze ich mich nieder. Hier gibt es reichlich lecker, lecker und das frisch und wirklich freundlich!

Tag 16: Hann-Münden-Settmannshausen 25 km

Aus der bekannten Fachwerkstadt geht es die ersten Kilometer zunächst wieder über eine stark befahrene Bundesstraße, bis ich wieder einmal der Sicherheit wegen, den Umweg durch Wald und Flur bevorzuge. Hiermit geht es dann aber auch wieder bergauf! Aber wie man es macht...man macht es eh verkehrt! Na, kommt auf die Sichtweise an, oder wie in meinem Fall heute, auf die Sichtweite...Von hier oben habe ich jedenfalls einen Klasse Ausblick! Und in der Ferne lässt sich sogar der Brocken zumindest schemenhaft erkennen. Ich wollte eigentlich bis Göttingen heute...in die ….Jugend.....her...ber..NEEEEEH keinen Bock! Schnauze Voll! Und wie das so ist im Leben, ändern sich die „Dinge“ manchmal im Hand umdrehen oder eben mit einer Pedalumdrehung!...Hubert heißt er und als er so mit seinem Drahtesel um die Kurve geflogen kommt und der für ihn nun anstrengende Anstieg klar in seinem Gesichtausdruck zu erkennen ist, schießt gerade an mir vorbei, als ich ihn per Handzeichen zum Anhalten bitte. Ich befinde mich genau in der Gegenrichtung, also bergab und will einfach wissen, wo es am besten lang geht für mich nach Göttingen. Hubert tritt sofort in die Bremse. Hilfsbereit gibt er sofort erforderliche Auskunft. Dann kommt das: „Aber wenn Du willst kannst Du auch bei mir übernachten“ Na, das geht aber schnell sage ich und nachdem wir gemeinsam den“Berg“ nach Settmannshausen zurück hochgehen, erzählt mir Hubert innerhalb kürzester Zeit, was er schon alles für „Verrückte“ Fahrrad- und auch Wandertouren gemacht hat. Es würde ein ganzes Buchkapitel füllen was mir der sympathische 61-jährige in den folgenden Stunden alles zu erzählen weiß. Hubert war mal Unternehmer und erlitt dann leider eine Pleite... Als wir dann an sein großes unfertiges Haus kommen, muss er gestehen: Das war auch mal einer meiner verrückten Ideen. Wir unterhalten uns noch bis spät in die Nacht über ökonomische Landwirtschaft und Entwicklungshilfe usw., usw. Hubert war auch schon in Afrika...Ein wirklich interessanter Typ der Hubert aus Settmannshausen! 

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Kommentar

Kommentar von Die Mädels der Stadtinformation Schönebeck |

Viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!

Kommentar von Mann, Brigitte und Achim |

Hallo Klaus,
wir lesen grad Deine Seite, sitzen bei uns im Garten mit Müllers zusammen und besprechen Deine Reise - und freuen uns, wenn´s Dir gut geht und Du bald wieder die Rückreise antreten kannst.
Viele Grüße
Brigitte, Achim, Monika und Jürgen aus Neuenhagen bei Berlin

PS bei uns gab´s heute auch Nudeln, aber mit sehr viel Gulasch (war schließlich Achims gute Küche)

Kommentar von renate rudolph |

hallo klaus,
es grüsst dich eine der zwei radfahrerinnen, die du in elbing getroffen hast. wir haben gehofft dich während unserer tour durch masuren nochmals zu treffen, aber mit den rädern waren wir ja schneller als du.bei den heißen temperaturen haben wir allerdings oft an dich gedacht. ich habe dich auf fotos, auch auf dem weg von elbing nach allenstein, als wir uns das zweitemal trafen. soll ich sie dir mailen?
hoffe du hast noch eine schöne zeit.
grüsse
renate

Kommentar von erika heller |

hallo klaus,
es grüßt dich die andere hälfte der beiden radfahrerinnen aus dem schönen bundesland Sachsen-Anhalt.leider haben wir noch einige zeit mit den folgen des elbehochwassers zu kämpfen aber durch eine weite solidatätswelle erhalten die hochwassergeschädigten viel unterstützung und können daraus kraft schöpfen.
das gefühl,in der not nicht allein gelassen zu sein,ist schon eine gute erfahrung.

herzlichst erika!

Kommentar von Nicole |

41. Tag: Altfriedland-Guestebueser Loose 20 km.

Die Bäckerei in der Sie so freundlich bedint wurden und Informationen erhalten haben war in Neutrebbin. ;-)
Von daher grüßen die beiden freundlichen Frauen Sie sehr und lesen nun den Bericht weiter.