Tag 90 bis 91 Czerniky-Wolfsschanze-Lötzen-Zabinki

von Klaus Lüttgen

90. Tag: Czerniky-Wolfsschanze-Lötzen 28 km

Heute mache ich mich sehr früh schon auf den Weg und erreiche nach nur 4 Kilometern den Eingang zur Wolfsschanze. Ich bin allerdings nicht der Einzige, der so früh hier ankommt. Fast zeitgleich kommt eine Horde von mindestens 25 deutschen Radfahren hier an. Auf dem Parkplatz warten schon einige "Ruinenführer" auf ihr zahlreiches Publikum. Und das bei bewölktem Himmel und zunächst nur tröpfchenweise Regen. Nicht auszudenken, was hier bei gutem Wetter abgeht! Ich versuche sofort mich "dünn" zu machen, um bloß nicht mit einer der Vortragsgruppen zu kollidieren...Ich will mir ohne das ständige oh und ah, meinen eigenen Eindruck von diesem makabren Ort der Geschichte machen! Sehr bald fängt es stark an zu regnen und als ich vor Bunker 13, also dem sogenannten Führerbunker stehe, giesst es plötzlich wie aus Eimern! Das hat einen Vorteil, denn ich bin endlich allein und alles ist still! Ausser die Vögel, die zwitschern munter weiter. Also, was mich besonders beeindruckt hat, ist, dass mittlerweile viel "Gras, grün und Baum über die Schreckens-Bunker der Vergangenheit gewachsen ist. Auch wenn es noch sehr lange dauern wird, die Natur holt sich alles wieder zurück und auch zehn Meter dicke Mauer fallen irgendwann um...Gut so!
Bei strömenden Regen laufe ich kilometerweit durch Wald und Busch in Richtung Lötzen. Bis daraufhin, dass ich bis auf die Knochen pitschenass bin, macht mir Regenwetter kaum was aus. Im Gegenteil, ich liebe Regen! Doch auch das wir irgendwann zuviel...Auch für meine Kamera, die hat nämlich komplett den Geist aufgegeben, hoffentlich...funktioniert die wieder, wenn sie trocken ist! Bis Lötzen ist es noch ein langer Weg. Als ich stunden später dann die Pension in Lötzen erreiche, besorge ich mir erstmal einen Föhn...Banges warten...nicht's ausser klack, klack, klack und ein surrendes Greräusch kommt aus der Kamera. Nochmal halte ich den Föhn aus sicherer Entfernung Richtung Kamera. Da!...ein Licht..geht schon wieder an..und....aaaaahhhh, sie läuft wieder. Gott sei Dank!

91. Tag: Lötzen-Zabinki 20 km

Das ist die Härte!
Die letzte Nacht ist mit schlecht, nicht schlecht genug beurteilt. die Pension in der ich übernachtet hatte, wird zur Zeit komplett renoviert und die Arbeiter wohnen alle dort...grauenvoll. Die habe die komplette Nacht gesoffen, dann randaliert und gegröhlt vom allerschlimmsten! Mehrmals bin ich in der Nacht runter zum Nachtportier und habe mich beschwert. Der war mit der Situation absolut überfordert. Schlußendlich habe ich mir nach langem hin und her die Privatnummer vom Boss geben lassen und ihm angekündigt, er könne sich die Kohle für die Übernachtung von seinen Arbeitern auszahlen lassen, ich bin doch nicht bekloppt...Er hat sich entschuldigt und mir versichert, das jetzt alle seiner Saufbolde aus dem Hotel fliegen...von mir aus!
Ich mache auf jeden Fall jetzt um 6.30 Uhr die Biege und Tschüss...wohlgemerkt, ich habe bis dato kein Auge zumachen können und tags zuvor 28 Regenkilometer hinter mir! So ziehe ich ab. Ich bin völlig fertig und schleppe mich nur so durch die Lande. Hinter Sulima wird die Gegend sehr schön und erinnert auch hier wueder irgendwie an die Voreifel. Ich passiere einige schöne kleine Seen und erreiche schließlich das anvisierte Sport-Pensionat schön abseits von der Straße gelegen im dunklen Tann. Für 50 Pln. bekomme ich ein nettes kleines Zinmmer mit eigener Terasse.Ich bin zufrieden und beschließe auch den nächsten Tag hierzubleiben um mich von den Strapazen der letzten Nacht zu erholen.

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Kommentar

Kommentar von Die Mädels der Stadtinformation Schönebeck |

Viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!

Kommentar von Mann, Brigitte und Achim |

Hallo Klaus,
wir lesen grad Deine Seite, sitzen bei uns im Garten mit Müllers zusammen und besprechen Deine Reise - und freuen uns, wenn´s Dir gut geht und Du bald wieder die Rückreise antreten kannst.
Viele Grüße
Brigitte, Achim, Monika und Jürgen aus Neuenhagen bei Berlin

PS bei uns gab´s heute auch Nudeln, aber mit sehr viel Gulasch (war schließlich Achims gute Küche)

Kommentar von renate rudolph |

hallo klaus,
es grüsst dich eine der zwei radfahrerinnen, die du in elbing getroffen hast. wir haben gehofft dich während unserer tour durch masuren nochmals zu treffen, aber mit den rädern waren wir ja schneller als du.bei den heißen temperaturen haben wir allerdings oft an dich gedacht. ich habe dich auf fotos, auch auf dem weg von elbing nach allenstein, als wir uns das zweitemal trafen. soll ich sie dir mailen?
hoffe du hast noch eine schöne zeit.
grüsse
renate

Kommentar von erika heller |

hallo klaus,
es grüßt dich die andere hälfte der beiden radfahrerinnen aus dem schönen bundesland Sachsen-Anhalt.leider haben wir noch einige zeit mit den folgen des elbehochwassers zu kämpfen aber durch eine weite solidatätswelle erhalten die hochwassergeschädigten viel unterstützung und können daraus kraft schöpfen.
das gefühl,in der not nicht allein gelassen zu sein,ist schon eine gute erfahrung.

herzlichst erika!

Kommentar von Nicole |

41. Tag: Altfriedland-Guestebueser Loose 20 km.

Die Bäckerei in der Sie so freundlich bedint wurden und Informationen erhalten haben war in Neutrebbin. ;-)
Von daher grüßen die beiden freundlichen Frauen Sie sehr und lesen nun den Bericht weiter.