08.09.2011 Salcha-Delta Junction 102 km

von Klaus Lüttgen (Kommentare: 0)

Salcha-Delta
Junction: 102 km

Nach einem kurzen und herzlichen Abschied setze ich meine Fahrt fort. Entlang des Tanana
Rivers schlängelt  sich der Highway One an den Ausläufern der Alaska-Range vorbei
in Richtung Delta Junction. Es ist frisch heute Morgen, meine Beine sind schwer
wie Blei. Die vier Tage bei den Kampers (Link) haben mir sehr gut getan, mich
jedoch faul werden lassen und fordern somit ihren Tribut. Es geht nur Gemach
hinauf, allerdings habe ich mit Gegenwind zu kämpfen und muss das erste Mal nach
Monaten mal wieder absteigen und die Fuhre schieben, meine Beine wollen einfach
nicht mehr weiter. Bereits nach 50 Km bin ich platt. Kurze Zeit später überholt
mich ein Auto, der Fahrer winkt und hält an. Die drei, Bekannte von Peter, sind
neugierig. „Wir wollen wissen wie es dir so geht, sind dir gefolgt, machen
eigentlich aber einen Ausflug nach Glennallen“ erzählen sie. Nach einer kleinen
Plauder-Pause geht es auch für mich weiter. Nach 80 km will ich heute Feierabend
machen, muss dabei leider feststellen, dass der von mir anvisierte Campground
aber zu weit abseits des Highways an einer Nebenstraße liegt und so entscheide
ich mich weiter zu fahren. Die Ausblicke über den Tanana-River in die Alaska
Range sind grandios, die Wälder „brennen“ in allen möglichen Farben, ein ausgesprochen
schöner Tag! Trotz großer Anstrengung heute, erreiche ich nach 102 km endlich das
kleine Städtchen Delta Junction und baue mein Zelt hier auf dem Government
Campground auf. Mein Camping-Gas ist alle und ich bin froh, dass Gerd der
Kanute, mir vor seinem Abflug nach Deutschland seine übrig gebliebenen Esbit-Brenner
überlassen hat. Mit den kleinen Feuerspendern schaffe ich es gerade so meine Nudelsuppe
und den wohlverdienten Kaffee zu kochen. Bin total müde, es ist kalt doch ich
habe ja immerhin noch die Wärmflasche, ebenfalls von Gerd vor seiner Heimreise
in Fairbanks zurückgelassen, die wird mir in den nächsten Tagen noch sehr viel
wichtiger werden. Danke Gerd!

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Kommentar

Kommentar von Opitz Christine |

Hallo Klaus,
das war ein Abend heute,
spannend, interessant.
Hatte mir schon lange vorgenommen, Deine Berichte zu lesen, heute war es soweit.
Mann, was Du da geleistet hast, es ist enorm. Das Wetter, die Bärbegegnungen, aber die tollen Menschen. Das kenne ich, als ich 3 Wochen in Alaska mit dem Auto unterwegs war, ich kenne auch viele Strecken, die du gefahren bis, auch den Thompson Pass, Valdez, Peter kamper habe ich in Fairbanks verpasst, diese Einsamkeit, hatte nicht mehr viel Zeit, zu warten, weil ich in Dawson am übernächsten Tag verabredet war, Du, ich bewundere Dich sehr, diese Kälte, ...nun freue ich mich noch mehr auf Deinen Film, schön haste das geschrieben.
Liebe Grüsse Christine