Testbericht Gazelle

Eins vorweg.
Ein Hollandrad ist aufgrund seiner Grundkonzeption nicht gerade geschaffen für eine Extremtour. In aller Regel fährt man mit solch einem Fahrrad durch die Stadt oder an den Dünen entlang.
Alle Radfahrer, denen ich unterwegs begegnet bin, kamen deshalb aus dem Staunen nicht heraus als Sie meine „blaue Lady“ sahen. Ausnahmslos fuhren diese Leute neuere und modernere Reiseräder, die eben für solche Einsatzzwecke gebaut sind.

Ich habe unter Beweis gestellt, dass es auch mit diesem 30 Jahre alten Gazelle Damen-Hollandrad in Kombination mit einer 14-Gang Rohloff-Nabenschaltung gelingt, die Berge zu bezwingen. Da ich eben eine Tour der besonderen Art machen wollte habe ich mich entschieden, mit meiner „alten Liebe“ durch Kanada nach Alaska zu fahren.
Von der Haltbarkeit dieser Gazelle Holland-Fahrräder bin ich schon seit vielen Jahren überzeugt!

Nach meiner Recherche bin ich nun ebenfalls überzeugt:

Ich bin der Erste, der mit einem Gazelle
Damen-Hollandrad samt Karnevalsanhänger von Vancouver nach Alaska gefahren ist!

Mein Damenrad wog mit Kamera, Wasserflasche, Bärenspray und 8 Ersatzspeichen (am Rahmen-Unterrohr befestigt) ca. 30 kg. Der Anhänger samt Ladung hatte ein Gewicht von ca. 50 kg. Die Gepäcktaschen am Fahrrad waren voll gepackt ca. 12-13 kg schwer. Somit ergab sich ein Gesamtgewicht von gut 90 kg. Mit mir war die Fuhre dann nochmals 80 kg schwerer.

Das will gebremst sein! Und da sind wir auch schon beim Problem: Diese 170 kg!, bei den oft Kilometer langen Abfahrten in den Griff zu bekommen, war schlichtweg unmöglich und die Bremsleistung als sehr gering zu bezeichnen. Aufgrund der fehlenden oberen Querstange fehlt es meinem Damenrad an der nötigen Stabilität und so schlingerte mein Gefährt besonders bei schnellen Abfahrten und verwindete sich dabei extrem um die Längsachse!

Man beachte dabei, dass ich bei Fahrten aus den Bergen teilweise um die 60 km/h schnell war.
Die Spitzengeschwindigkeit von 67,7 km/h !, erreichte ich dabei auf einer Abfahrt hinter Lillooet in British Columbia.

Ähnlich erging es mir bergauf. Auch hier zahlt sich die geringe Seitenstabilität negativ auf die auszuübende Pedal-Arbeit aus. Das Fahrrad pendelt hier ebenfalls um die Längsachse, was die Bergarbeit umso schwerer machte.

Dennoch, was dieses immerhin schon 30 Jahre alte Gazelle Fahrrad aushält, geht auf keine Kuhhaut!!!

Schotterstrecken von insgesamt etwa 800 km, Straßen miserabelster Art mit Schlaglöchern so groß wie Lkw-Räder, all dies überstand mein Hollandrad ohne Rahmenbruch! Und dabei hatte ich, nicht zu vergessen, einen schwer beladenen Anhänger zu schleppen der ständig an der Hinterrad-Strebe zog und drückte. Keine einzige Schraube habe ich auf den 7000 km während meines Kanada-Alaska-Abenteuers verloren. Nur die Lackierung hat gelitten und ist besonders an der Trinkflaschen-Aufnahme deutlich abgenutzt….. Na, wo gehobelt wird, da fallen Späne!

 

Fazit

Die Qualität und die hohe Belastbarkeit des Gazelle Holland-Fahrrades ist grandios!

Testbericht Rohloff

Im Vorfeld meiner Unternehmung Alaska, hatte ich schon einiges über die Rohloff Nabenschaltung gelesen.
Und diejenigen die eine Rohloff fahren, berichteten eigentlich ausnahmslos das gleiche.
Einmal Rohloff, immer Rohloff. Sicher, mit dem hohen Anschaffungspreis kommen einem schon verständliche Bedenken. Das ist für mich aber dann schon der einzige Negativpunkt. An diesem Schaltwerk der Superlative gibt es für mich nur Positives zu berichten. Zugegeben, auf den ersten ca.300-400 km musste ich mehrmals absteigen und meine Fuhre die Berge hochschieben. Bei dem Gewicht eigentlich nicht weiter verwunderlich.
Allerdings lag dies zum anderen an meiner noch nicht ganz ausgereiften Fitness und zum dritten an den relativ starken Anstiegen, um die 13-14%, besonders hinter Pemberton, zum Duffey Lake hoch! Danach bin ich nur noch höchst selten abgestiegen. Die Rohloff lässt sich exakt schalten. Auch unter Volllast im Berg hatte ich keine Schaltverzögerung oder gar Schalt-Übersprünge. Die beiden Schaltzüge brauchte ich nach nunmehr 8443 km hartem Einsatz noch nicht zu wechseln und diese haben sich auch kaum gelängt. Und wenn? Die Einstellung der Schaltung über die beiden Einstellschrauben an der Nabe ist recht einfach.

Fazit

Ich habe im Laufe vieler Jahre einige Ketten und Naben-Schaltungen ausprobiert. Etwas zuverlässigeres wie die Rohloff-Nabe gab es für mich bisher nicht! Der Einbau der Rohloff 14 Gang-Nabe in meine Gazelle war unproblematisch und fährt sich in dieser Kombination sehr harmonisch. Erste Sahne!

Testbericht Schwalbe

Seit vielen Jahren bereits fahre ich die Reifen von Schwalbe. Zugegeben habe ich hin und wieder auf Reifen anderer Hersteller zurückgegriffen. Was Schwalbe nun mit diesem Marathon Extrem anbietet ist einzigartig! Und weltbekannt! Die Jungs und Mädels die ich unterwegs auf meiner Alaska-Reise traf, kamen zum Teil mal eben aus Argentinien, Chile oder Brasilien, oder waren schon seit Jahren rund um den Globus mit dem Fahrrad unterwegs. Diejenigen, mit denen ich dann näher ins Gespräch kam, waren allesamt mit den Reifen von Schwalbe unterwegs. Das kommt nicht von ungefähr, denn „wer durch die Hölle will“!...... Ich kann ebenfalls Gutes berichten.

So ist der Abrollkomfort der Marathon Extrem Reifen sehr gut und meinen ersten Plattfuß auf der Tour, hatte ich nach etwa 5360 km hartem Einsatz, auf zum Teil sehr schlechten Highways in Kanada und Alaska.

An meinem Anhänger sind Schwalbe Marathon Unplattbar montiert. Und die machen ihrem Namen alle Ehre!
Sorry, aber ich habe bei meinem Anhänger eher mit einem Plattfuß gerechnet als noch am Fahrrad selbst, denn immerhin war dieser oftmals überladen. Jedoch hatte ich nicht einen einzigen Plattfuß während meiner Tour und auch nicht auf den vielen hundert Testkilometern im Vorfeld.


Fazit

Unübertroffene Qualität und Durchhaltevermögen!

Mein nächster Reifen? Natürlich Schwalbe!